May 27, 2007

ANTON UNAI

by Johann

Die Circleculture Gallery stellt vom 01. Juni 2007 bis zum 15. August 2007 die Arbeiten des in Berlin lebenden Katalanen Anton Unai vor.

Wenn Anton Unai ausstellt, kann man mit allem rechnen. In der Bandbreite seiner Arbeit von Zeichnungen, Malerei, Skizzen, Collagen, Performance, Scherenschnitt, Installation bis zur Skulptur, gerät die Materie außer Form. Unai entdeckt immer wieder neue Möglichkeiten, mit denen er seine Gedanken zum Ausdruck bringt. Die Ausstellung in der Circleculture Gallery wird einer Grenzen sprengenden Installation gleichen. Einem Ausbruch aus der klassischen Präsentationsform der Galerie. Die Kreativität des Künstlers annektiert den Raum: radikal, frei, grenzenlos.

VERNISSAGE: Freitag, den 01. Juni 2007 um 19 Uhr
Circleculture Gallery, Gipsstrasse 11, Berlin Mitte
Ausstellungsdauer: 1. Juni bis 15. August 2007, 12 bis 18 Uhr

Click here to play opening movie: “Me, Myself & Unai”

Mehr Informationen: www.unai.tk und www.myspace.com/antonunai

Unai dokumentiert auf seine Art ein Beispiel des jungen Europas. Der 1974 in Barcelona geborene Künstler studierte in England und lebt heute in Berlin. Die Stimmung einer ehemals geteilten Stadt ist Grundlage seiner eigenen geteilten Emotionen auf der Suche nach persönlichen Idealen, die er einerseits in Berlin gefunden hat, aber andererseits leidenschaftlich vermisst. Die Kunst zu Leben, bedeutet für ihn, Teile seines Lebens zu einem Kunstwerk zu machen. Die Schwierigkeit und die Erlesenheit des Daseins vereint er in seiner Arbeit und teilt sie mit denen, die seinen Traum nachempfinden können.

Unai dominiert große Leinwände als auch kleinere Formate. Er arbeitet mit Holz, Papier, Pappe und Leinwand. Daneben verwendet er Recyclingstoffe sowie Fundsachen. Er experimentiert mit Materialien wie Tinte, Acryls, Eddings, Kreiden und vermengt Farben mit Flüssigkeiten wie Tee, Wein oder auch Milch.
Als Vorlage seiner Arbeiten fertigt Unai eine Vielzahl von bildlich dargestellten Tagebüchern an, welche traumhaft kosmische Geschichten erzählen und den Betrachter in eine abstrakte Welt entführen.
Sein Stil bewegt sich zwischen Zeichnungen und symbolträchtiger Malerei, dargestellt durch leuchtend satte Farb- und Formexplosionen.
Er zitiert Comics und widmet sich in Anlehnung an die Kunstrichtung Art Brut, menschlich oder auch animalischen Portraits. Außerdem fertigt er humoristische Illustrationen von Körperteilen an, die mit ornamentalen Mustern verflochten sind.

Unai kennt weder leere Räume, Gleichförmigkeit oder Monotonie. Er verwandelt Flächen auf unterschiedliche Weise in energetische Zonen und definiert seine eigenen Ordnungsstrukturen. Unais Bilderwelten schaffen sich ihren Raum selber.

Er provoziert mit einem vulgären Akt einer Frau, lässt Christus am Kreuze sterben und versöhnt im nächsten Moment mit der Darstellung zweier sich liebender Vögel.
Unai transformiert Krippenfiguren und Kinderspielzeug sowie Alltagsgegenstände in Artefakte, indem er Köpfe, Gliedmassen austauscht und sie anschließend im großzügigen Umgang mit Farbe von ihrem eigentlichen Nutzen entfremdet. Er verwandelt Stühle und Türen oder auch Farbdeckel zu seinen Leinwänden.

Ausgehend von einer Arbeit erzeugt Unais Schaffensdrang zeitgleich eine Vielzahl von sich stetig ändernden Studien.
Er spielt mit Motiven, ebenso wie mit Sprache. In seinen Bildern tauchen Slogans, Wortspiele und Lyrics immer wieder auf und schaffen somit eine Verbindung zwischen Materie, Form und Farbe. Sie greifen soziale, poetische als auch eigne philosophische Gedanken auf. Dabei geht es ihm nicht nur um die Bedeutung, sondern auch um das optische Signal und den Klang von Sprache. Die Bilder funktionieren wie Melodien aus Farben und Wörter. Dabei wechselt Unai zwischen Spanisch, Englisch und Deutsch.

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