January 23, 2008
BERLINER STRASSE.
ANTON UNAI / MAROK / JAYBO aka MONK / A. CIUDAD WITZEL / NEON / DANIEL TAGNO / NOMAD
SIEBEN POSITIONEN ZU ZEITGENÖSSISCHER STRAßENKULTUR
curated by johann haehling von lanzenauer.
monday - saturday 2pm - 6pm at Circleculture Gallery / Gipsstrasse 11 Berlin

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Die Ausstellung „Berliner Strasse.“ ist der Versuch den Begriff Street Art aus einer erweiterten Perspektive zu betrachten. Sie zeigt sieben Künstler aus Berlin, die in ihrem Schaffen und durch ihre Biographie einen authentischen Bezug zu zeitgenössischer Straßenkultur herstellen, aber nicht immer dem hiesigen Begriff der Street Art zuzuordnen sind. Die gezeigten Positionen reflektieren sowohl die Kunst auf der Straße, wie auch die Straße in der Kunst.
Ein “Berliner Strasse.” Katalog ist in der Ausstellung erhältlich so lange der Vorrat reicht.
contact: Circleculture Gallery
visit: www.circleculture-gallery.com
>Zu den Künstlern:
NEON
Alexej `Neon´ Tursan gehörte zu den ersten Aerosol-Writing Aktivisten Deutschlands. In seinem unverwechselbaren Style hat er seit den frühen Achtzigern zahlreiche Objekte gebombt und ist so zu einer respektierten Größe der internationalen Writer-Bewegung avanciert. Er hatte das Privileg, noch im Jahre 1988 die legendären Züge New Yorks anzumalen. Obwohl diese Option schon ein Jahr später der Geschichte angehörte, kehrte er noch oft nach NYC zurück, um noch vor dem großen Hype des `Urlaubsbombings´ immer wieder in Yards und Lay ups seiner Leidenschaft nachzugehen.
Neben einer Hand voll Anderer Writer hat Neon einen wichtigen Schritt in der Evolution der Graffiti-Kunst vollzogen. Er erdachte und erarbeitete Produktionstechniken, die Graffitischriftzüge dreidimensional als perfekte skulpturale Objekte darstellen.
Als ehemaliger professioneller Ballett-Tänzer hat Neon einen gesteigerten Sinn für komplexe räumlich-körperliche Dynamik entwickeln können und arbeitet diese `persönliche Harmonielehre´ jetzt in seinen Arbeiten als Writer weiter aus.
Seine Skulpturen stellt er immer wieder in einen architektonischen Kontext. Gerne auch ungefragt.
Neon wurde 2007 im Rahmen des `CubaBrasil´ Projektes zur Biennale nach Kuba eingeladen wo er auch ununterbrochen in den Straßen Havannas öffentlich das tat, was er am besten kann: Stylewriting (www.cubabrasil.net).
MAROK
Thomas „Marok“ Marecki gründete 1995 das Pop- & Street-Culture Magazin Lodown, für dessen Art Direktion er elf Jahre lang verantwortlich war. Neben seiner Funktion als Herausgeber und Creative Director des Lodown Magazins, realisiert Marok persönliche und gesellschaftliche Kunst- und Designprojekte weltweit.
Sein letztes Projekt ‘Traphic’ schafft eine Verbindung von Bild und Text rund um die Headline „Traffic“ + „Graphic“ = TRAPHIC. Seine Arbeiten setzen sich mit der Interpretation verschiedener Netzwerke, Zeitfenster, Erfahrungen und Umfelder unserer modernen Existenz auseinander (www.unagibooks.net).
JAYBO aka MONK
Jaybo war in Frankreich unter anderem Graffiti-Künstler und Straßenschauspieler, bevor er in den 80er Jahren nach Berlin kam. Hier agierte er als Rapper und Grafiker, bis er in den 90er Jahren sowohl das Kulturmagazin Style & The Family Tunes, als auch das Streetwear Label Irie Daily gründete. Die Vielfalt der Medien, die Monk in seiner Arbeit benutzt, macht ihn als Künstler zum Virtuosen der technischen Variation. Jaybos Vielseitigkeit zeichnet sich auch bei der Auswahl seiner Medien aus: Sei es die Natur, die Straße, die Leinwand, die Skulptur, der Raum oder der Bildschirm. 2006 erschien seine erste Monographie „Lord of Mess – My Head is a Visual Township“ im Gestalten Verlag. Seine Werke zieren unter anderem die Albencover der Alternative-Bands Seeed und Beatsteaks.
ANTON UNAI
Anton Unai fliegt samt seiner Werke und befreundeter Gäste aus der eigenen Vernissage raus. So geschah es im Sommer 2007 in einer Galerie auf der Berliner Torstraße, nachdem Art Provokateur Anton Unai schwarze Serpentinen und Tropfen an die Wände des Ausstellungsraums malte. Der Galerist schäumte vor Wut, als der poetische Beatnik aus Barcelona auf dem Gehsteig weiter feierte und nach spanischem Brauch eine Piñata schlachtete.
Sein konfrontativer Lebensstil gepaart mit genialem Tohuwabohu übersetzt sich in seinen radikalen Arbeiten. Die vielseitigen Malereien, Zeichnungen sowie Rauminszenierungen von Anton Unai sind rau, strotzen vor grenzgängerischer Ironie, aber zeugen gleichzeitig auch von einer romantischen Seele. Auch in der Wahl der Materialien liebt Anton Unai die Abwechslung. Mal ist es Holz, mal rostiges Metall, Pappe, Gips, Plastikfolie oder Alublech. Mal sind es alte Zeitungen, die den Künstler zu improvisiert anmutenden Bildcollagen inspirieren. Für das Frühjahr 2008 bereitet er in einem Loft in Berlin Mitte eine Installation auf 150 qm vor.
A. CIUDAD WITZEL
Adriana Ciudad Witzel ist Meisterschülerin bei Prof. Favre an der UDK Berlin. Die Malerin mit peruanisch-deutscher Herkunft etabliert immer wieder starke Farben, landestypische Straßenzeremonien oder folkloristische Symboliken als Zitate ihrer lateinamerikanischen Herkunft. Ihr Thema sind Szenerien im öffentlichen Raum. Seien es Punks am 1. Mai, die Menschenschlange am Hühnchenstand im Görlitzer Park in Kreuzberg oder Szenerien aus dem Underground-Techno-Tempel Berghain.
DANIEL TAGNO
Daniel Tagno ist seit Ende der achtziger Jahre ein Graffiti-Writer im klassischen Sinn. Seit dieser Zeit beschäftigt sich Tagno mit den Gattungen des Graffiti-Writing: den Tags, den Throwups und den Stylepieces. Eine Praxis, die in nahezu wissenschaftlicher Herangehensweise den Umgang mit Zitaten, Stilen und Neuentwicklungen in der Formgebung des Buchstabens und des Wortes erarbeitet. Eine Kaligraphie der Straßen, wobei der Writer-Name als Grundlage oder Gefäß für die Darbietung der verschiedensten Styles fungiert. Das Wort an sich bedarf keiner Bedeutung. Die Wirter lassen ihre Buchstaben als Projektionsfläche für codierte Inhalte auf unseren Straßen tanzen.
Von der Kunst auf der Straße hin zur Arbeit in der Galerie unterwirft Daniel Tagno seine Buchstaben und Worte einer erneuerten Bedeutungsebene. Er wendet sich dem ureigenen Wert der Schrift zu: Dem Einfrieren von Information. Einer seiner Ansätze findet Anlehnung an die chinesische Kaligraphie, wo der einzelne Buchstabe einen Bezug zum ikonografischen Wortsinn findet.
NOMAD
Nomad ist einer der sichtbarsten Akteure der aktiven Berliner Street Art Szene. Geprägt von den Straßenkulturen Skateboarding, Punkrock und HipHop begann Nomad in den späten Achtzigern mit dem Grafitti-Writing. Seit Mitte der Neunziger malt er u. a. die prominenten Charakters Mr. Friendly und den Totenkopfhasen. Nomad ist der wohl am meisten gesammelte Künstler Europas. In den letzten sechs Jahren hat er ca. 2.000 bis 2.500 Sperrmüllobjekte bemalt. Seit vier bis fünf Jahren verschwinden alle Objekte innerhalb kürzester Zeit von der Straße. Die Türen von verrosteten Kühlschränken, die er bemalt, werden herausgetreten oder die Seitenwände von alten Kommoden werden von Street Art Sammlern abgeschraubt, um einen echten Nomad zu ergattern. Nomad wird seit Jahren zu den entscheidenden Festivals, Ausstellungen und Performances der Street Art Szene eingeladen und zählt in der Szene zu den Top Aktivisten.


[...] BERLINER STRASSE. November 30, 2007 on 1:41 pm | In Uncategorized | CIRCLEculture Cc: placed an interesting blog post on BERLINER STRASSE.Here’s a brief overview [...]